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Museum Galerie
Tintenfässer - Schrift und Schreiben
Das Alte Welt Museum ist immer am 2. Sonntag im Monat in der Zeit von 14:00 bis 17:00 geöffnet.
Kontaktaufnahme unter 06364-993917 oder altewelt-museum@web.de
Tintenfass
Ein Tintenfass ist ein Behälter zur Aufbewahrung
von Tinte für die Anfertigung von Handschriften
mittels einer Schreibfeder. Das Tintenfass
war jahrhundertelang bis zur Erfindung des
Füllfederhalters ein unentbehrliches
Utensil für handschriftliche Mi tteilungen.
Nach seiner Verdrängung durch andere Schreibtechniken
kam das Sammeln von Tintenfässern
gegen Ende des 20. Jahrhunderts in Mode. Die
begehrtesten Sammlerstücke stammen aus dem
Zeitraum von der Amerikanischen und der
Französischen Revolution bis in die 1930er Jahre.
Geschichte
Mit Sicherheit wurde die Tinte vor dem Tintenfass
erfunden, in Form einer Tusche aus Ruß, Gummi
arabicum und Wasser bei den Chinesen und
Ägyptern um 2600 v. Chr. Die auf Papyrus und
Pergament licht- und luftbeständige Tinte, die
sog. Eisengallustinte, wurde im 3. Jahrhundert
v . C h r . kreiert .
Eisengallus bestand aus dem Sud gekochter Galläpfel, der mit
Eisenvitriol versetzt wurde. Alte Tintenzeichnungen sind oft
erkennbar an der Rückseite des Blattes, da
Eisenvitriol das Papier zersetzt.
Die Anfänge des Tintenfasses liegen im Dunkeln.
Die ersten einfachen und schmucklosen
Tintenfässer wie etwa Rinderhörner hatten
lediglich die Aufgabe, die Tinte aufzubewahren
und so lange wie möglich in flüssigem Zustand zu
erhalten. Aus der römischen Antike sind verzierte
Exemplare aus Bronze erhal ten. Im
Spätmittelalter begannen erfolgreiche Kaufleute
und Handwerker, das Tintenfass zu ihrem
Statussymbol zu machen.
Mittelalter
Aus dem Tintenfass wurde allmählich ein Tisch-
Schreibzeug, das aus geschnitzten und reich
verzierten Kassetten, kastenförmigen Behältern
und den dazugehörigen Gefäßen für Tinte und
Schreibgerät bestehen konnte. Wie bei vielen
Gebrauchsgegenständen spiegel ten die
Tintenfässer in besonderem Maße Trends,
Geschmack, Zeitgeist und Kultur der Menschen
wider, die sie entwarfen und fertigten. Reisetintenfäs
ser mit sicheren Verschlüssengegen das
Auslaufen der Tinte in Taschen und Reisekoffern
wurden besonders von Handlungsreisenden im
18. und 19. Jahrhundert benutzt.
Die Tintenfässer begannen mit der Innovation des
Füllfederhalters im Jahre 1884 vom Markt zu
verschwinden. Die Erfindung des Kugelschreibers
im Jahre 1932 leitete den endgültigen Niedergang
des Tintenfasses ein. Aber noch in den 1950er
Jahren saßen die Schüler der Grundschulen an
Schulbänken, die in einer Öffnung an der
Vorderkante mit einem Tintenfass aus Porzellan
versehen waren.
Die heute verwendeten Tintenfässer sind
eigentlich Tintenflaschen. Meist handelt es sich
um einfache, unverzierte Verkaufsgebinde der
Tintenhersteller aus Glas oder Kunststoff. Einige
Luxusartikelhersteller wie Montblanc stellen noch
richtige Tintenfässer für den Schreibtisch her.
Diese haben aber vornehmlich dekorativen
Charakter und werden nur zum gelegentlichen
Nachfüllen des Füllfederhalters verwendet.
Quelle: Wikipedia